· Pressemitteilung

BRK-Bereitschaft Gerolzhofen feiert mit vielen Gästen: Ein ganzes Jahrhundert gelebte Menschlichkeit

Mitglieder des Rot-Kreuz-Museums Nürnberg (von dort stammt das historische Auto) warben zusammen mit Rot-Kreuzhelfern in historischer Kleidung auf dem Marktplatz von Gerolzhofen für die Veranstaltung im Rot-Kreuz-Haus in der Jahnstraße. Foto: Gerald Effertz
Die Ehrengäste zusammen mit Gerolzhofens Bereitschaftsleiterin Laura Latteier (Zweite von links) und ihrem Stellvertreter Andreas Marschner (Dritter von Rechts). Foto: Gerald Effertz

Seit 100 Jahren gibt es die Rotkreuzfamilie in Gerolzhofen. Mit vielen Helferinnen und Helfern aus anderen Organisationen und Gästen wurde das gebührend gefeiert.

100 Jahre in denen Menschen, die Hilfe brauchen, jederzeit geholfen wird. Am Sonntag wurde dieses Jubiläum im Rahmen illustrer Gäste gebührend gefeiert. Darauf hingewiesen wurde bereits am frühen Morgen auf dem Marktplatz: mit einem historischen Fahrzeug aus dem Rot-Kreuz Museum Nürnberg und Ehrenamtlichen des BRK in historischen Uniformen.

Neben einer kleinen historischen Geräteschau, aktuellen Fahrzeugen, Infoständen (unter anderem AKB Stammzellenspende, Hospizmobil und andere) am Rot-Kreuz Haus standen im offiziellen Teil Reden im Mittelpunkt. 
"Zeit, Kraft, Wissen wird hier eingesetzt um anderen zu helfen, 100 Jahre ehrenamtliches Engagement" machte Laura Latteier (Bereitschaftsleiterin Gerolzhofen) in ihrer Begrüßung deutlich. "In 100 Jahren hat sich nichts geändert: Menschen brauchen Menschen die helfen". 
BRK-Kreisvorsitzender Holger Merz ist "stolz, auf das was geleistet wurde und wird". Er erwähnt auch die Förderer im Hintergrund. "Etwas über Jahrzehnte zu erhalten ist etwas ganz Besonderes" stellte er fest. 
Landrat Florian Töpper rückte das Thema Gesundheitsversorgung in den Blickpunkt seines Grußwortes: "Das Haus hier ist ein klares Bekenntnis zur Gesundheitsversorgung". Er erwähnte dies vor allem in Hinblick auch auf die naheliegende Geomed-Klinik. Er appelierte weiterhin "am Sicherheitsnetz weiter zu arbeiten". Dieses Miteinander "spiegelt über die Jahrzehnte hinweg die Grundhaltung der Bereitschaft" so Töpper.

Der neue stellvertretende Bürgermeister der Stadt Gerolzhofen, Günter Iff, machte deutlich: "Das Rote Kreuz in Gerolzhofen ist ein wichtiger Baustein für den Wohn-und Gesundheitsstandort". Zudem betonte er: "Männer und Frauen setzen sich für ihre Mitmenschen ein, wenn man Hilfe braucht, ist man froh, wenn schnell Hilfe auch da ist" so Iff.
Kreisbereitschaftsleiter Uwe Hand dankte "den Gründern und Pionieren, aber auch allen die derzeit aktiv Dienst tun". Er sieht in den Bereitschaften "gelebte Menschlichkeit". 


Mit einer mit historischen Bildern unterlegter Festrede war dann Ehrenkreisbereitschaftsleiter Friedel Tellert an der Reihe. 
Er ging zunächst auf die Gründungszeit ein. Hier hatte er Schriftstücke im Stadtarchiv gefunden. In diesem hies es unter anderem: "Eine in Gerolzhofen durchgeführte Haussammlung erbringt die erforderlichen, finanziellen Mittel für die Beschaffung einer Trage". Er erwähnte den vor den Allierten versteckten Krankenwagen, die Motorradstaffel aber selbstverständlich auch Philipp Wachtel. Jener überzeugte damals die "örtliche Militärbehörde davon, dass die Rotkreuzhelfer ausschließlich nach den Grundsätzen des Internationalen Rotens Kreuzes arbeiten wollen" so Tellert.  Wachtel hielt in nahezu jeder Gemeinde des damaligen Landkreises Gerolzhofen "jährlich wiederkehrende Erste Hilfe Kurse" macht Tellert deutlich. 1965 war dann etwas Besonderes just in Gerolzhofen zu finden. "Der Katastrophenschutz des Bundes" so Tellert "suchte einen Rotkreuzverband um einen Erkennungsmarkentest für Kinder durchzufürhren". Monatelang suchen danach Helfer alle Bewohner des ehemaligen Landkreises auf um die Daten der Kinder unter 14 Jahren zu erfassen. Vieles unter der Ära Wachtel kam noch zur Sprache, leider auch sein allzu jäher Tod in Ausübung eines Sanitätsdienstes beim Weinfest 1971 in Volkach, wo es neben ihm auch einen weitern Toten und zahlreiche Verletzte gab. Nachfolger von Philipp Wachtel wurde Leo Fieger. "Ihm und seiner Frau Margarete gelang es, das Ansehen des Roten Kreuzes in Gerolzhofen weiter auszubauen" so Tellert in seiner Rede. Er erwähnte den stetigen, fortschrittlichen Weiterausbau der Ausrüstung und Wissenstand der Helfer. Maßgeblich dazu beigetragen habe hierzu Notarzt Dr. Dagobert Götz der jahrelang das Rote Kreuz prägte. Tellert nannte zudem viele Leiter der Bereitschaft Gerolzhofen (vorher hies dies Sanitätskolonne). Tellert erwähnte auch die ehemaligen und jetztigen Gebäude der Rotkreuzfamilie. Unter anderem an der heutigen Unterkunft (die ehemalige Landwirtschafsschule) wurde viel Eigenleistung investiert. Zum Schluss seiner interessanten Rede hatte er aktuelle Personal-und Materialzahlen des Haupt-und Ehremates parat. Er wünschte Laura Latteier und ihrem Stellvertreter, Andreas Marschner "Standhaftigkeit und immer das notwendige Fingerspitzengefühl für diese nicht immer einfache Aufgabe". so Tellert. Latteier dankte Tellert für eine "eindrucksvolle Festrede" und lud die Gäste ein beim Essen (durch das Team der SEG Verpflegung hervorragend zubereitet) viele Erinnerungen auszutauschen und ins Gespräch zu kommen.